Wussten Sie dass…

Hummeln – diese sympathischen, bummeligen Summis – haben eine Flügelfläche von nur 0,7 cm² und ein Gewicht von über einem Gramm. Rein aerodynamisch gesehen dürften sie nicht fliegen können…. So geht zumindest diese alte „Geschichte“ – das Hummel-Paradoxon. Die Theorie ignorierte die Elastizität der Insektenflügel, durch welche Luftwirbel erzeugt werden und damit der nötige Auftrieb entsteht. Aber auch ohne dieses noch immer kursierende Kuriosum handelt es sich um erstaunliche Lebewesen in unserer Landschaft.

Die Gattung Hummel (wissenschaftlicher Name: Bombus) gehört zur Familie der echten Bienen und teilt sich in eine Vielzahl von Spezies. Allein in Europa sind rund 70 Arten bekannt. Die meisten Hummelarten leben in Staaten aus Arbeiterinnen, Drohnen und Königinnen – wie die Honigbiene. Die Völker sind jedoch deutlich kleiner als bei dieser. Hummeln sind ebenfalls für die Bestäubung von Obst- und Gemüsepflanzen ausgesprochen wichtig.

Manche Arten sind schon viel zeitiger im Frühjahr unterwegs als die Honigbienen, da sie im Gegensatz zu diesen bei deutlich niedrigeren Temperaturen fliegen können.

Ihre Nester legen Hummeln in kleinen Erdhöhlen, Baumstümpfen, Moosschichten oder auch in verlassenen Vogelnestern an.

Die Tiere verfügen über einen Stachel, den sie jedoch nur bei starker Bedrohung und nach vorherigen Warnsignalen einsetzen.

Hummeln können so ziemlich aus allen Blütenformen Nahrung aufnehmen. Lange schlanke Kelchröhren, für die ihr Saugrüssel zu kurz ist und in die sie nicht hineinkriechen können, werden seitlich aufgebissen. Interessant sind für sie natürlich die nektar- und pollenreichen Blüten wie von Malve, Wiesensalbei, oder auch Natternkopf etc. Wichtig ist, dass möglichst über die gesamte Vegetationsperiode ein Nahrungsangebot zur Verfügung steht – eben auch durch Frühblüher.

Die besorgniserregenden Nachrichten über Insektensterben betreffen auch die Hummeln. Das hat einerseits mit einem zunehmenden Verlust an Lebensraumstrukturen zu tun: Nistmöglichkeiten sind in ausgeräumten Agrarlandschaften und den zunehmend versiegelten Flächen im Siedlungsraum kaum zu finden. Auch fehlen die über das Jahr verteilten Blühaspekte. Zudem setzen Pflanzenschutzmittel den Tieren zu: Bspw. wird die Nachkommenschaft durch Verringerung der Zahl an Königinnen bedroht. Längerfristig können dadurch einzelne Landschaften ihren Hummelbestand praktisch verlieren. Und insgesamt summt es immer weniger um uns herum.

Was kann man für die samtigen Brummis tun?
1. Zuerst natürlich der Verzicht auf Pestizide. Hausmittel und mechanische Maßnahmen in Garten, Park und Grünfäche sind oft genauso wirksam wie „die Chemie“ – und zudem auch für uns Menschen verträglicher.
2. Strukturreichtum im Garten mit Elementen wie Holzstapel, Altbaumbestand etc. bieten Nistmöglichkeiten. Auch auf den Grünflächen in der Gemeinde läßt sich meist der eine oder andere Winkel finden, wo sich ein bisschen „Wildnis“ entwickeln darf.
3. Nektarpflanzen mit verschiedenen Blütezeitpunkten sind nicht nur ein wichtiges Nahrungsangebot für Hummeln sondern auch eine Augenweide für uns Zweibeiner. Einige Hummelarten sind auf Schmetterlingsblütler wie bspw. Klee als Nahrungspflanzen spezialisiert. Wer den Rasen nicht allzu pedantisch mäht, hat fast immer ein paar Blüten vom Wiesenklee darin. Die Ränder kann man mit Stauden schön gestalten: Natternkopf und Flockenblume werden von den Hummeln gern aufgesucht. Beinwell und Borretsch sind auch für die feuchteren und schattigeren Stellen im Garten geeignet. Besonders günstig ist die Anlage von Schotterrasenflächen anstelle von Asphalt (bspw. für Parkplätze). Hornklee eignet sich gut in der Begrünungsmischung dafür und wird von Hummeln geliebt.

Literatur und Weblinks:
Röseler, P. F. (2001): „Der Hummelgarten: Lebensraum und Biologie der Hummeln“; TRIGA Verlag;
Hintermeier, H. und M. (2002): „Bienen, Hummeln, Wespen im Garten und in der Landschaft“; Obst- und Gartenbauverlag;
.wikipedia.org
.aktion-hummelschutz.de
.bombus.de
.astrodicticum-simplex.de/