Buchtipp September – Oktober 2020

Gartenkunst im Spiegel der Zeit

Tassilo Wengel

Pinguin Verlag Innsbruck

antiquarisch erhältlich, bspw. bei medimops.de

Mit dem Erscheinungsdatum von 1985 handelt es sich um kein brandneues Werk, aber um einen umfassenden Blick in die Geschichte, der wohl kaum je an Aktualität verlieren wird.

In  einer Zeit, in der Fernreisen fragwürdig und das Abstand-Halten gefordert sind, sind Gartenanlagen und Parks eine wohltuende Alternative für Reisen und Ausflüge. Die historischen Gärten Europas bieten Kultur- und Naturgenuss in Einem. Sie veranlassen und zu tiefgehenden philosophischen Reflexionen und zum Staunen über die Leistungen und den Kunstsinn der Bauherren und Gartenbauer bis in weit zurückliegende Jahrhunderte.

Viele großartige Gartenanlagen finden sich auch unmittelbar vor unserer Haustür. Vom Bodenseeraum bis ins Burgenland und vom nördlichen Waldviertel bis in die Dolomitenregion verzaubern uns die prachtvollen und sinnlichen Gesamtkunstwerke, die Menschen in Zusammenarbeit mit der Natur geschaffen haben. Wie ein magischer Spiegel lassen sie uns in die Denk- und Lebensweise der Eliten in vergangenen Jahrhunderten blicken. Sie sind Zeitzeugen der Haltung vergangener Gesellschaften gegenüber der Natur und der Welt.  

Dieses Buch schaut noch weiter über Europa und die Geschichte hinaus. Dadurch bildet es eine Grundlage zum Einordnen und tieferen Verstehen der bei uns bis heute erhaltenen und revitalisierten historischen Gärten.

Klappentext / Info vom Verlag:

„(…) Heute unbekannte, aber auch berühmte Gartengestalter entwarfen weit in die Zukunft hinein reichende Pläne, deren Verwirklichung noch nach langer Zeit begeistert. Anhand ausgewählter Beispiele erfahren wir von den Gärten der Ägypter und Babylonier, den griechischen Philosophengärten und den Villengärten im antiken Rom. Die Rede ist von weitgereisten Pflanzen und dem Beginn der botanischen Gärten ebenso wie von Pflanzenbüchern im Mittelalter, deren Kenntnis für die Anlage eines Gartens wichtig war. Erzählt wird von den großen Zeiten des Renaissance- und Barockgartens in Europa und der Faszination der fremdländischen Gärten in Italien, China und Japan. Schließlich führt der Bogen vom englischen Landschaftspark bis zum Stadtpark des 20. Jahrhunderts. (…)“

Das Buch bildet eine der Grundlagen für meine Gartenreisen, die ab 2021 starten sollen (siehe „Was gibt es Neues“). Einblicke in die Philosophie, „Gartenspüren“ und Gespräche über die Beziehung der Menschen zur Natur sind Teil dieser Reisen, ebenso wie geschichtliche Infos aus diesem und anderen Büchern.